Sardinien/Korsika 2009

Unser diesjähriger Frühjahrstörn startete ab La Maddalena, auf einer kleinen wunderschönen Inselgruppe der Nordostseite Sardiniens. Dieses wunderschöne Naturschutzgebiet war eigentlich für den Weltwirtschaftsgipfel 2009 vorgesehen, zudem in diesem Jahr der italienische Mnisterpräsident Silvio Berlusconi eingeladen hatte. Kurzfristig war das Treffen dann in die Stadt L’Aquila verlegt worden, die Stadt, die durch ein schweres Erdbeben am 06.04.2009 traurige Berühmtheit erlangte.

Das Maddalenenarchipel ist mit den InselnLa Maddalena, Caprera und Santo Stefano eines der bezaubernsten Winkel des gesamten Mittelmeeraumes. Das Seegebiet , insbesondere zwischen Sardinien und Korsika ist vielseitig, anspruchsvoll und stellt für Segler eine wahre Herausforderung dar.

Dieses Jahr gingen wir mit zwei Katamarenen und zwei Einrumpfschiffen an den Start. Von Berlin,Köln/Bonn und München hieß das Ziel Olbia auf Sardinien. Die Organisation, d.h. der Transfer vom Flughafen nach Maddalena, durch den Vercharterer organisiert , funktionierte sehr gut. Alle kamen wie geplant heil an. Die Schiffe konnten übernommen werden….

Die Crew der Ulimada aus dem Rheinland war schon einen Tag früher angereist und hatte das Schiff frühzeitig übernommen. Daher bot sich ein erster Schlag nach Bonifacio an der Südseite von Korsika an. Der gemeinsame Törn startete einen Tag später Richtung Süden…..

1. Tag 
La Maddalena/Sardinien

N 41°12,825′ E 009°24,621′

Der Alleingang der Ulimada nach Bonifacio…
Am Dienstag , dem 21.04.2009, um 15.00 Uhr hieß es für die Crew der Ulimada „Leinen los“. Es war eingekauft, die Wasser- und Dieseltanks waren gefüllt, es konnte los gehen. Leider war die Crew der Passion (Lagoon 41) noch nicht vollständig. Die anderen Crews waren auch von der Anreise noch geschafft, so dass die Ulimada alleine auf Fahrt ging.
 
Nach Umfahren der ersten Untiefen und Felsen vor Maddalena konnten Genua und Großsegel gesetzt werden. Bei bewölktem Wetter war der Wind zunächst mit 17 bis 20 Knoten ganz ordentlich, schlief aber zum Ende des Tages ein. Unter Maschine erreichten wir schließlich um 20.00 Uhr Bonifacio und machten fest.
 
Bonifacio ist einzigartig, die Lage des Hafens, die Festung, das Flair… Innerhalb der Festung fanden wir ein typisch korsisches Lokal. Es gab dort korsische Suppe, überbackene Auberginen und Lasagne. Einfach, sehr gut und preiswert…Der Alleingang nach Bonifacio hatte sich wirklich gelohnt.

2. Tag 
Cala di Volpe / Sardinien

N 41° 04,856′ u. E 009°32,750′

Mit der „Joy “ (Beneteau 47), der „Excite“ (Lagoon 41), der „Passion“ (Lagoon 41) und der „Ulimada“ im Päckchen in der traumhaften Bucht, mit türkisfarbenem Wasser, gelegen.

Die Siesta an Bord der „Ulimada“ dauerte bis 04.00 Uhr…….

Der Beginn des gemeinsamen Törns. Der erste gemeinsame Schlag mit allen vier Schiffen verlief südwärts an die Costa Smeralda. Während die Ulimada von Bonifacio aus startete, ging es für die anderen Crews von La Maddalena los. Der Schlag von La Maddalena beträgt etwa 18 sm. Bei vornehmlich N – NE Wind mit über 20 Knoten hatten wir einen tollen Segeltag…

3. Tag 
Marina Puntaldia /Sard.

N 040°48,978′ E 009°41,308′

Da es doch für einige etwas später geworden war, starteten wir am nächsten Tag etwas später, um 11.30 Uhr hieß es „Leinen los“. Insgesamt ein windstiller Tag, so dümpelten wir dahin, teils unter Segel, teils unter Maschine. Eigentlich otimal zum Angeln. Aber auf sardischer Seite gibt es reichlich Verbote….., nicht überall darf geangelt werden und mancherorts dürfen auch keine „Tiere“ getötet werden. Unweigerlich stellte sich die Frage, ob denn Mücken erschlagen werden dürfen…….

4. Tag
Olbia zum Bunkern
N 40°55,200′ E 009°23,570′

Golfo Aranci zum Buchteln
N 40°59,042′ E 009°38,364′

Bei flauem Wind wurde um 11.00 Uhr abgelegt. Die Marina Puntaldia ist in dieser Jahreszeit noch nicht ganz geöffnet, so sind die meisten Geschäfte einfach zu. Eine Bar/Cafe war offen, der Supermarkt war noch geschlossen. So gab es kein frisches Brot und auch keine Lebensmittel.
So entschlossen wir uns Olbia anzulaufen, um zu bunkern, anschließend sollte es dann in eine Bucht zum Ankern gehen. Ein Weltenbummler in Olbia empfahl uns den Golfo Aranci, eine Liegemöglichkeit hinter einer kleinen Insel. Es sei keine Seltenheit, dass zwischen Insel und Festland Delphine durchgehen……

5. Tag
St. Tersa di Gallura

N 41° 14,310′ E 009°11,450′

St. Teresa di Agllura liegt auf der Nordseite Sardiniens mit einer gut ausgestatteten Marina. Allerdings ist hier wie auch anderswo auf Sardinien alles ein wenig Saison abhängig. So sind kaum Touristen da und dementsprechend wenige Geschäfte und Lokale überhaupt geöffnet.
 
Von Aranci starteten wir am nächsten Morgen bereits um 10.00 Uhr. Das Erlebnis Delphine stellte sich leider nicht ein. Trotzdem war die Bucht hinter der Insel als malerisch zu bezeichnen und von der Landseite her eröffnete sich die volle Schönheit.. Bei mäßigem Wind segelten wir bei halbem wind nordwärts. während die Kats den Weg durch die Inseln im Naturschutzgebiet um La Maddalena suchten, segelten die Einrümpfer außen um die Inseln herum. Beide Routen waren vom Wind optimal und alle kamen auf ihre Seglerkosten. Da der Wind immer mehr auf achterlich drehte war auf Ostkurs Schmetterlingsegeln möglich. Hier zeigten die Beneteau-Yachten, was sie konnten. Zeitweise wurden Geschwindigkeiten über 10 Knoten erreicht…..

6. und 7. Tag
Bonifacio/Korsika

N 41° 23,180′ E 009°9,360′

 Bonifacio zählt mit Sicherheit zu den Perlen des Mittelmeers und wer Korsika besucht, der sollte einige Tage für Bonifacio einplanen.
Alles begann mit dem Alkohol, besser gesagt, mit zu viel Alkohol. Was kann auch schon dabei herum kommen, wenn ein Streitgespräch über Vor- und Nachteile von Katamaranen und Einrumpfschiffen entbrennt.
Wer klug ist, schläft auch morgens um vier und geht keine Wetten ein, wie, Start um sieben Uhr. Wie dem auch sei. Der Katamaran „Passion“ gegen die „Ulimada“. Es blieb noch nicht mal Zeit, den anderen Schiffen Bescheid zu geben.Ab sechs Uhr herrschte schon auf beiden Schiffen reges Treiben, jeder wollte der erste sein. So hieß es kurz vor sieben bei diesigem Wetter „Leinen los!“Auf Vorwindkurs zeigte beide Crews, was ging, letztendlich hatte die „Passion“ kurz vor Bonifacio die Nase vorn und konnte den Sieg für sich entscheiden…. Wenn man es nochmal tun könnte….direkt, war doch irgendwie schön…..
Wie dem auch sei, Bonifacio sollte jeder Segler einmal als Törnziel haben. Die Steilküste, die historische Festung auf den Felsen und die fjordartige Einfahrt zum Hafen. Bonifacio wurde in seiner Geschichte wohl nie eingenommen, so gut gesichert liegt die Stadt. Die Freundlichkeit der Leute und ihr persönliches Flair verleihen Bonifacio einen unverkennbaren Charakter, dazu ein anspruchsvolles Fun-Segel-Revier vor den Toren, was will man als Segler mehr.
Nachdem wir eingelaufen waren, haben wir zuerst einmal gemütlich gefrühstückt und die Preise in den Bars und Restaurants sind recht zivil.Wettermäßig war es nicht so schön, dicke Wolken und Regenschauern trübten den Bonifaciospaß etwas. Wir hatten das Glück, Karneval in Bonifacio zu erleben, mit geschmückten Fahrzeugen und einem Ritual, wo im Hafen auf einer Boje eine Puppe verbrannt wird. (Alkohl gab es auch).
Außergewöhnlich war der Sturm und die Strömung. Der Wind schaffte es innerhalb weniger Minuten Meerwasser in den Hafen zu drücken, der Wasserspiegel stieg um kanpp einen halben Meter. Da wird achtern an der Kaimauer vor Mooring lagen, mußten wir unser Schiff verlegen. Es bestand tatsächlich die Gefahr mit dem Heck auf die Kaimauer zu treiben. Glücklicherweise waren an den Stegen mehrere Plätze frei geworden, so dass wir mit den Kats und den Einrümpfern Platz fanden.

8. Tag
Golfe de Porto Novo

N 41° 30′ E 009° 16′

on Bonifacio ging der Törn dann weiter, wir wollten die Süd-/Ostküste Korsikas erkunden. Das Wetter klarte zunehmend auf, später ließ sich die Sonne sehen und ließ den Regentag vergessen…..
Um 13.00 Uhr wurde es hektisch auf den Schiffen und nach und nach hieß es auf allen Schiffen „Leinen los“. Vor den Felsen von Bonifacio erwartete uns ein satter Wind zunächst aus West – Südwest. Mit etwa 25 Knoten Wind, der in Böen bis 30 Knoten auffrischte starteten wir durch die Straße von Bonifacio. Hier reichte die Genua vollkommen aus, um gute Fahrt zu machen und so erreichten wir ohne große Mühe am Nachmittag den Golfe di Porto Novo, eine wunderschöne Bucht, die zum Ankern geeignet war. Es etwas Aufpassen mussten wir beim Navigieren durch die Felsen an der Südspitze von Korsika. Durch den wind hatte sich eine hohe Welle (bis 3 Meter) aufgebaut…… vorher hatten wir versucht, in einer Bucht (Golfe die Roninara) zu ankern. Hier waren allerdings keine geeigneten Ankerplätze für 4 Schiffe, so dass wir eine Bucht südlicher anliefen.
 
Die Bucht ist traumhaft, bietet aber keine Versorgungsmöglichkeiten. Gekocht wurde an Bord, später auch wieder gut gefeiert………..

9. Tag
Porto Vecchio

N 41° 35′ E 009° 17′

Aus der Bucht Porto Novo starteten wir um 10.35 Uhr. Trotz strahlend blauem Himmel war es doch ungemütlich, da der Wind voll in der Bucht stand.(trotz Westwind). Mittags erreichte der Wind Geschwindig- keiten zwischen 30 – 35 kn.
 
Der Schlag war mehr oder weniger mühelos mit gereffter Genua, das Setzen des Großsegels erübrigte sich. So machten wir bereits um 13.00 Uhr in der Marina Porto Vecchio fest.
Die Stadt liegt im Berg und es sind gut 15 Minuten zu Fuß bis dorthin. Aber es lohnt sich, dieses wirklich schöne und malerische Städtchen zu besuchen. Es gibt gemütliche Bars, Cafes und Restaurants. Der Dorfplatz ist in Puncto Gemütlichkeit nicht zu übertreffen. In der Mittagssonne, im Schatten eines exotischen Baumes, der Anfang des 19. Jahrhunderts aus Südamerika seinen Weg hierhin fand, zu sitzen, übertrifft alles. Dabei einen Capucciono oder ein eis zu verzehren und das südländische Flair zu genießen…, das sind Momente, an denen man gerne die Uhr anhält…..

10. Tag
Porto Massimo

N 41° 15′ E 009° 26′

Um 10.30 Uhr warfen wir die Leinen los und nahmen Kurs Richtung Süden. Es war starker Wind von West vorher gesagt, auf ein Ziel einigten wir uns nicht. Angedacht war eine Bucht an der Südspitze Korsikas. Es ist unglaublich welche Strömung in der Straße von Bonifacio zwischen Sardinien und Korsika entsteht, wenn starke bis stürmischer Wind aus West aufkommt…..
Zunächst war der wind wirklich moderat, vor der Einfahrt nach Porto Vecchio waren die Verhältnisse so gut, dass auf der Ulimada Manövertraining mit Mann-über-Bord-Manövern angesagt war. Mit jedem Manöver nahm der Wind stetig zu, so dass das Vollzeug nach und nach gerefft wurde, bis nur die Genua 1/3 und im Groß Reff 2 eingebunden waren. In der Mittagszeit erreichte der Wind zwischen 28 und 32 kn aus Südwest. Mit über 8 Knoten Fahrt auf Backbordbug nahmen wir Fahrt aufund segelten hoch am Wind. Um die Bucht an der Südspitze zu erreichen, kreuzten wir auf. Aufgrund der immensen Strömungsverhältnisse schafften wir auf dem anderen bug allerdings nur 1,5 – 2 Knoten. Wir entschlossen uns dann, Porto Massimo im Naturschutzgebiet der Maddeleine-Inseln anzulaufen. Eine tolle kleine Marina, die jetzt noch geschlossen war und im Sommer sehr teuer ist……. Die Marina selbst liegt traumhaft in den Felsen inmitten des naturschutzgebietes. Schöner kann Urlaub nicht sein……

11. Tag
zurück nach La Maddalena mit Anker-stopp in der

Bucht Cala Francese
N 41° 12,8′ E 009° 24,6

Der letzte Segeltag sollte kein richtiger Segeltag mehr sein. Morgens genossen wir noch die Sonne und den Flair in Porto Massimo. Einzig hatte dort ein kleines Cafe geöffnet…..
 
Um 12.30 Uhr legten wir ab und nur mit Genua bewaffnet ließen wir uns gemächlich bis zur Bucht Cala Francese ziehen, wo wir im Päckchen ankerten und Badespaß bei herrlichem Sonnenschein angesagt war…..
 
Ein schöner letzter Badetag und so ging der Segeltörn Korsika/Sardinien 2009 zu Ende. Am späten Nachmittag motorten wir los, aber es kam noch einmal Wind auf……In Palau war die Tankstelle, die allerdings geschlossen hatte (Umbauarbeiten) Insgesamt legten wir bei diesem Törn 225 Seemeilen zurück, davon etwa 80 Seemeilen unter Motor.
 
Der Stützpunkt in La Maddalena insbesondere das Servicepersonal konnten nicht besser sein. Trotz älterer Schiffe waren diese gut gepflegt und es gab nichts zu beanstanden.
 
So bleibt als Fazit festzustellen, Korsika / Sardinien, immer wieder………

Griechenland 2008

KYKLADEN

  • Laviro
  • Kithnos
  • Siros
  • Rinia
  • Delos
  • Mykonos
  • Tinos
  • Andros
  • Kea
  • Souinon

Start: Lavrio    

N 037°42,7′ u. E 024°03,5′ 
 
1.Tag
Übernahme des Schiffes  
 

Am Mittwoch, dem 23.04.2008 starteten wir morgens mit German Wings vom Köln-Bonner Flughafen, um mittags unsere Startbasis Lavrio bei Athen zu erreichen. Vom Flughafen zum Stützpunkt mit dem Taxi zu fahren, sollte diesmal kein Problem sein.

Dieses Jahr waren wir mit vier Schiffen am Start und so war die Vorfreude entsprechend groß. Unsere Segelfreunde waren größtenteils schon einen Tag früher angereist. Lediglich eine Crew aus Berlin kam erst am Abend in Lavrio an.

Unsere Schiffe waren teilweise fertig zur Übernahme. Ein Schiff wurde wegen eines Schadens noch getauscht. Das Schiff der Rheinländer, die Fragancia, eine Bavaria 44 ließ etwas länger auf sich warten. Obwohl der Törn bereits ein halbes Jahr zuvor gebucht war, war das Schiff noch nicht klar gemacht. So blieb der Crew nichts anderes übrig, als bis abends zu warten.

2. Tag
N 37°23’31 E 024° 28’03

A.Stefanos Insel Kithnos  

Der erste Tag (Tag der Anreise, 23. April) war etwas stressig. Während zwei Crews teilweise bereits einen Tag früher angereist waren, klappte dort die Schiffsübergabe vorzüglich. Lediglich die Fragancia war noch nicht zur Übergabe bereit, so dass die Rheinländer den Tag über ausharren mussten. Eine Berliner Crew (der Galene) reiste erst abends an. Die EOS V und die Johanna entschlossen sich noch am selben Tag in Richtung Kea auszulaufen und übernachteten im gleichnamigen kleinen Hafen. Die Crews der Galene und Fragancia sollten erst am 24. April auslaufen und Kurs auf Kithnos nehmen.

Auf Kithnos, in der Bucht A. Stefanos trafen wir uns mit allen vier Schiffen, um im Päckchen vor Anker zu gehen. Ein sonniger Tag bei 25° C und auffrischendem Wind, in Böen Windstärke 6-7. Teilweise wurde bei Welle gegenan gesegelt. Ein guter Tag, um die Schiffe kennenzulernen, auch wenn man sich für den ersten Segeltag etwas gemütlicheren Wind wünscht. Kithnos, die Bucht A. Stefanos mit der kleinen Kapelle, ist einen Besuch wert. Gekocht wurde an Bord, griechisch natürlich.

3. Tag 
N 37° 23’8 E 024° 52′ 58 

Finikes auf Siros, 

Unser dritter Segeltag sollte dann eine echte Herausforderung werden. Der Abend in der friedlichen Bucht auf Kithnos hatte fast etwas träge werden lassen. Auch merkte man den Starkwind, der in Böen Sturmstärke erreichte nicht.
 
Und so verwunderte es nicht, dass alle etwas viel Segel gesetzt hatten. Nachdem die schützende Bucht verlassen war, war Reffen angesagt. Bei nördlichem Wind über dreißig Knoten baute sich auch schnell ein hohe Welle auf. Die Genua gerefft reichte aus, um mit etwa 8 Knoten über das Wasser zu gleiten und Segeln pur zu erleben. So erreichten wir nach wenigen Stunden Siros. Leider hatte die „Johanna“ einen Schadensfall bei Kithnos. Die Genua war zerrissen und bei heftigem Seegang war motoren nicht angebracht. So entschloss sich die Crew zunächst wieder in der Bucht Schutz zu suchen, um abends bei weniger Wind den Hafen von Kithnos anzulaufen. Unter Maschine sollte es dann zurück zur Basis gehen, um das Segel zu tauschen….
 
Siros ist flächenmäßig nicht sehr groß, zählt aber die meisten Einwohner in der Region. Die Insel ist beschaulich und nett, leider reichte die Zeit nicht, die Insel näher zu erkunden.

4. Tag
N 37° 23′ 0 E 025° 14′ 28 


Bucht auf Rinia 

Nachdem am nächsten Morgen, dem 4. Tag das Nötigste besorgt war, hieß es um 10.45 Uhr Leinen los, Kurs auf Delos, mit seinen antiken Ausgrabungsstätten. Unsere Küstenhandbücher über diese Insel waren sich nicht ganz einig, ob, wann und wo man ankern durfte. Die Mythen berichten, Delos habe sich einst aus dem Meer erhoben, um der von Zeus schwangeren GöttinLatona Zuflucht zu bieten. So wurde Delos Geburtsort von Apollon und Artemis. Während des Peloponnesischen Krieges wurden alle Grabstätten von Delos nach Rinia verlegt und ein Gesetz erlassen, wonach niemand auf der Insel geboren werden oder sterben durfte. Besonders sehenswert sind die aus Mamor gemeißelten Löwen, die Ruinen des heiligen Delos, das Theater, sowie das dortige Museum mit seinen Schätzen…..
 
Gegen 14.45 Uhr legten wir an der Mole auf Delos, direkt an den historischen Stätten mit drei Schiffen an. Glücklicherweise war alles frei und von tausenden Touristen nichts zu sehen… Der Schein sollte trügen, denn schon kam aufgeregt ein älterer Mann zur Mole gelaufen. Dieser forderte uns auf, die Insel wieder zu verlassen, da die Öffnungszeiten der Stätten nur bis 15.00 Uhr sei. Ein Übernachten sei nicht möglich. Schließlich gab der Mann uns doch noch eine halbe Stunde, kurz die antiken Stätten aufzusuchen. Es reichte kaum für einen Eindruck. So entschlossen wir uns die Friedhofsinsel Rinia anzulaufen, um dort an der Südseite zu ankern. Abends, dann Partystimmung an Bord der EOS V……..
 
Den nächsten Morgen wollten wir doch etwas beschaulicher angehen, zumal die Feierlaune doch etwas in den Knochen lag. Aber, wie sagt man so schön, 3 Stunden Schlaf sind mehr als genug…. So hieß es erst um 11.00 Uhr „Anker hoch“.

5. und 6. Tag 

Mykonos 

N 37° 26’42 E 025° 19’42 

Das Wetter hatte sich drastisch verschlechtert, Kumulus Nimbus beherrschten den Himmel. So ließ das Gewitter auch nicht lange auf sich warten… Obwohl es nur wenige Seemeilen bis Mykonos Marina waren, wurden wir nass, triefend nass. Traue keinem Hafenhandbuch, dass du nicht selbst geschrieben hast. So hieß es im Hafenhandbuch von 2002, dass die Marina von Mykonos ausgebaut wird, Fertigstellung 2003. Am 27.04.2008 erreichten wir die Marina und hofften auf heiße Duschen. Wir trafen eine Großbaustelle an. Die Liegeplätze waren ohne Versorgungsmöglichkeiten (Strom/Wasser), sanitäre Einrichtungen Fehlanzeige. So steuerten wir dann die Bucht Ourmos im Südwesten an….. Der Abend war noch kalt und nass, ab dem nächsten Morgen erwartete uns der Sonnenschein.

Die Tage auf Mykonos waren einzigartig und zu kurz, es reichte lediglich, einen Eindruck zu gewinnen. Mit Autos, Quads und Rollern erkundeten wir die Insel. Ausgerechnet vor der „böse-Buben-Bar“ hatten die Rheinländer eine Autopanne …. zum Glück nichts Schlimmes. Unser Glück war noch, dass an diesem Wochenende in Griechenland Ostern gefeiert wurde. Obwohl Mykonos als unfreundlich und überteuert gilt, hat sich der schlag dorthin gelohnt. Besegelt man die Kykladen, so sind Santorin und Mykonos Pflicht……….


Ab Mykonos hatte die Rückreise begonnen, denn Mykonos war unser Törnziel, ab jetzt hieß es wieder „nordwärts“. Da wir Delos nicht ausreichend gesehen hatten, entschlossen wir uns früh aufzubrechen und Delos anzulaufen. Diesmal war die kleine Mole voller Ausflugsboote, so dass wir vor Anker gingen und mit dem Beiboot übersetzten. Den Vormittag verbrachten wir dort.

7. Tag, 
Panormos auf Tinos 

N 37°39’2 E 025°04’1 

Nach Mittag ging es dann weiter. Das Etappenziel war Panormas auf der Insel Tinos (Ostseite). Bei herrlichem Segelwind, teilweise gegenan, machten wir ordentlich Fahrt. Auf halber Strecke kreuzten wir mit einer anderen Bavaria…., unserer Bayerncrew. Nach langer Odysee war es ihnen gelungen, das Segel zu tauschen. Panormos überraschte mit seinem Flair, den kleinen Bars und der absolut idyllischen Lage. An einem kleinen Flüsschen am Ortsrand entdeckten wir hunderte kleiner Meeresschildkröten, die der I-Punkt der Einzigartigkeit waren…….

8. Tag    
Gavrion Insel Andros 

N 37°41’1 E 024°44’2 

Gefahrenhinweis:
Vor der Einfahrt zum Hafen gibt es Untiefen und Felsen, genaues navigieren ist wichtig!

Schweren Herzens setzten wir mittags unsere Fahrt fort, um 12.00Uhr hieß es Leinen los, dem Ende unseres Törns entgegen. Bei halbem Wind segelten wir stressfrei und legten bis Kea etwa 22 Seemeilen zurück. An der Nordseite ankerten wir in einer empfehlenswerten Bucht im Päckchen…..

9. Tag, 
Bucht Otzias Insel Kea 

N 37° 40’6 E 024°20’95 

Am nächsten Morgen musste die „Johanna“ schon früh den Anker hieven, da der Rückflug der Crew für den 02.05.2008 gebucht war. Die anderen Crews hatten etwas mehr Zeit, die Flüge waren für den 03.05.2008 gebucht. Manchmal sind die Flüge leider nicht günstiger zu bekommen. So blieb wenigstens den anderen Crews noch ausreichend Gelegenheit den Tag zu planen, dass Wetter war optimal. So plante jede Crew für sich zwischen Kea, Kap Sounion und dem Ausgangshafen Lavrion…. Sehr empfehlenswert ist noch der kleine Hafen Korrissia, auf der Nordwestseite Keas.
 
…und so endete dieser tolle Segeltörn, dort wo er begonnen hatte, im Ausgangshafen Lavrion….

2014 Türkei ab Göcek

Segelrevier: Türkische Südküste
Start in Göcek, gesegelt wurde von Ölü Deniz bis Maramis

Unser erster Segeltörn in der Türkei war ein faszinierendes Erlebnis. Der Anflug nach Dalaman erfolgte mit Zwischenstopp und 3 Stunden Aufenthalt in Istanbul. Nach der Landung wurden wir durch einen Abholservice unseres Charterunternehmens abgeholt und in der Marina D-Marin, Göcek, angekommen, konnten wir sofort auf unser Schiff. Alles klappte hervorragend, eine gründliche Übergabe des Schiffes, der Einkauf (der wie immer von unserem Versorgungsoffizier Harry durchgeführt wurde), die Belegung der Kojen und der erste Landgang. Wer das erste Mal die Türkei bereist wird von der Freundlichkeit der Menschen, der Hilfsbereitschaft und der Sauberkeit beeindruckt sein. Und so folgten herrliche Segeltage in türkischen Gewässern, bestimmt von Abenteuer, Gastlichkeit und Erholung…….

2. Tag, 
Mi., 23.04.2014, 
von Göcek in die Bucht Human Koyan 
Standort abends: 36° 38,507′ N 028° 51,870′ E

Angereist waren wir einen Tag früher (dienstags)und konnten auf den Schiffen übernachten. Mittwochs erfolgte dann der erste Schlag, raus aus der Marina in die Bucht Human Koyan, im Golf von Fethiye. Nach der Einweisung in die Sicherheitsausrüstung und Besprechung eines Notfallplanes hieß es „Leinen los!“ Das Ablegen in türkischen Marinas meldet man über Funk an, es kommen dann Marinarios mit Schlauchboot, die gegebenenfalls helfen….
Bei schwachem Wind konnten wir lediglich knapp eine Semeile unter Segel zurücklegen und motorten den Rest der Strecke in die Bucht. Insgesamt legten wir am ersten Tag nur 8 Seemeilen zurück, um in dieser schönen Bucht auf 20 Meter Wassertiefe mit Heckleine zu ankern.
Bei Lufttemperaturen von etwa 25°C war Schwimmen in der Bucht angesagt, wobei das Wasser schon recht angenehm war .
Morgens kam ein Versorgungsboot in die Bucht mit Obst, Gemüse und Brot.

3. Tag, 
Do., 24.04.2014, 
von der Bucht Human Koyan zur Gemiler Reede, 
vorher Besuch des schönsten Strandes der Türkei 
in Ölü Deniz
Standort abends: 36° 33,448′ N 029° 03,836′ E

Kurz nach 9 Uhr wurde bereits der Anker gehoben und Kurs auf den schönsten Strand der Türkei genommen, Ölü Deniz. Die weiße Landzunge in türkisblauem Wasser, mit dahinter liegendem Salzsee ist eines der beliebtesten Postkartenmotive des türkischen Fremdenverkehrs. Der Name heißt wohl „totes Meer“. Möglicherweise rührt der Name daher, dass die dahinter liegende Bucht so gut geschützt ist, dass dort die See spiegelglatt ist. Es gibt keinen Schwell und keine Wellen.
Geankert haben wir gegenüber dem Strand an der Felskante. Nach einem herrlichen Badetag beschlossen wir dann, wieder westwärts zu segeln und die Nacht hinter der kleinen Insel Gemiler (Ruineninsel, Museumsinsel) zu verbringen. vorsicht ist angesagt beim freundlichen Leinenhelfer, der in dieser Region die Landleine annimmt und als Dankeschön ins Restaurant einlädt.
Man sollte misstrauig sein, wenn es keine Karte gibt und auch die Angebotstafel keine Preise enthält…..
So trug es sich zu, dass wir uns erkenntlich zeigten und am Abend das kleine, unkomfortable und einfache Strandrestaurant aufsuchten. Wir wurden sogar von den Schiffen abgeholt. Die freundliche Wirtin bot Speisen und Getränke an, wobei Preise benannt, aber von uns allen wohl falsch verstanden wurden. Zwischen Preisen in Euro und Preisen in türkischer Lira besteht nun mal ein Unterschied. Kurzum, viel Reis, etwas Salat, wenig Fleisch, 2 große Bier und zum Abschluss ein Raki kostete jeden aus unserer Crew 65 Euro. Anschließend beschwerte man sich noch darüber, dass wir kein Trinkgeld gegeben haben. Schlecht gegessen, viel bezahlt und dazu gelernt, das war das Fazit des Abends. 

4. Tag, 
Fr., 25.04.2014, 
von der Gemiler Reede zur kleinen Bucht 
Asi Koyu. 
Standort abends: 36° 43,250′ N 028° 38,765′ E
5. Tag, 
Sa, 26.04.2014, 
von Asi Koyu nach Maramis, 
Standort abends: 36° 51,022′ N 028° 16,731′ E

Mit Vollzeug bei herrlichem Wind bis mittags gesegelt, dann musste gerefft werden. Zunächst hatten wir geplant, hinter der kleinen Insel Baba Ad zu ankern. Wegen des Schwells war dies aber nicht möglich, so dass wir noch einige Meilen bis in die geschützte Bucht Asi Koyu machten.
Die kleine Bucht, umringt von hohen Bergen bietet guten Schutz, bietet aber wenig. Es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten. Das kleine Restaurant war geschlossen. Für Landgänge muss man gut zu Fuß sein oder wenn man einfach nur handynieren möchte. Empfang hat man nur oben auf dem Berg, ein steiler Weg führt einige Kilometer weit hoch, bis man Netz hat.
Die Bucht selbst ist traumhaft schön , das Wasser türkis grün und lädt zum Schwimmen ein.
So haben wir einen schönen Abend im Päckchen ankernd verbracht, Erfahrungen ausgetauscht und selbst gekocht

Um 09.40 Uhr hieß es Anker hoch, Kurs auf Maramis. Nach dem Verlassen der Felsenbucht wollte der Wind nicht richtig mitspielen und wehte eher schwach. Maramis als Touristenhochburg ist recht teuer. Maramis ist eingebettet, umgeben von hohen Bergen und eine wirklich lebhafte Stadt. Insgesamt gibt es 3 Marinas, wobei die von uns gewählte Marina Nestelt direkt östlich der Strandpromenade liegt.
So haben wir dann auch Maramis als Stadt des Bazars, der freundlichsten Händler, des besten Preises und der besten Qualität kennengelernt. Es ist ein Einkaufsparadies für Fakejäger, mit einer tollen Promenade, unzähligen Bars und Restaurants. Gespeist haben wir in dem Restaurant Nil Balic, unweit der Festung, direkt am Wasser. Das Restaurant war gut besetzt mit vornehmlich türkischen Gästen, ein Indiz für gutes Essen zu anständigen Preisen.
Und so war es auch. Ob Pasten mit türkischem Brot, die Vorspeisen, der Fisch und auch die Fleischspeisen ließen keine Wünsche offen.
Maramis sollte man besuchen. Uns hat es sehr gut gefallen.

6. Tag, 
So., 27.04.2014, 
von Maramis in die Bucht Kriek Ince 
Standort abends: 36° 42’090 N 028° 13’570 E 

Nachdem der Kaufrausch beendet war und die Fake-Uhren noch zuverlässig die Uhrzeit ansagten ging es weiter, diesmal wieder in eine Bucht. Es ging gegenan auf Amwindkurs. Zunächst hatten wir vor, hinter der kleinen Insel Ciftlik Koyu zu Ankern. Doch der Wind stand zu ungünstig und es war zu erwarten, die Nacht über dem Schwell ausgesetzt zu sein.
So gab es doch heute auch einen Geburtstag zu feiern und bei Sekt und Kuchen sollte es doch ein wenig geschmeidig sein. Wir entschlossen uns bis in die kleine Bucht Kriek Ince zu ziehen. Das Ankermanöver war nicht einfach. Letztendlich ankerten wir im Päckchen mit Landleine und hatten einen sicheren Platz.
Am Hang über dem Ufer findet man malerisch gelegen noch die Überreste einer alten byzanntinschen Kirche. Das türkisfarbene Wasser, dazu die Felsformationen runden das Gesamtbild ab. Trotzdem ist der Liegeplatz nicht ganz ungefährlich. Wegen der hohen Berge, welche die Bucht umgeben, wird vor Fallböen gewarnt.

7. Tag, 
Mo., 28.04.2014, 
von Kriek Ince nach Ekincik,
Standort abends: 36° 49’400 N 028° 33’945 E 

Großes sollte bevorstehen. Um 10.00 Uhr verließen wir die geschützte Bucht und gingen auf Kurs 090°. Bei halben Wind zog es uns gemütlich zum Ziel. Ekincik ist eines der Toppziele der Türkei. Neben der faszinierenden Landschaft wartet doch hier auch eine Ruinenstadt auf die Besucher. My Marina bietet gute Liegeplätze für  etwa 50 Yachten. Da die Bucht sehr offen ist, steht hier etwas Schwell. Die Preise gehen in Ordnung, so bezahlten wir für die Nacht 35 Euro. Vom Steg kann man ein Ausflugsboot klar machen, wobei die kleine Tour 120 und die große (etwa 6 Stunden) 150 Euro kostet. Im Preis der großen Tour ist der Besuch der Schildkröteninsel, der Besuch der Ruinenstadt Kaunos, vorbei an den Königsgräbern, geschlagen in die steilen Felswände, den Fluß Dalyan hinauf  bis zum Städtchen Dalyan. Die Liegeplätze beim Dorf, zwischen den Ausflugsbooten sind nicht zu empfehlen. Auch wenn man dort geduldet wird, die Wassertiefen sind gering. Empfohlen wird das Restaurant in der My Marina. Als wir dort anlegten, war man noch nicht auf so viele Besucher eingestellt, so dass wir uns selbst versorgten……

8. Tag, 
Di., 29.04.2014,
Liegetag in der My Marina von Ekincik,
mit Erlebnisausflug
Standort abends: 36° 49’400 N 028° 33’945 E 

Pünktlich um 08.00 Uhr wurden wir von einem Gulet abgeholt, wir hatten die große Tour gebucht. Zuerst ging es an Turtle Island vorbei, eine langen Sandbarre vor dem Flußdelta des Dalyan. Tagsüber tummeln sich hier Badgäste, nachts sollen Schildkröten kommen, ihre Eier abzulegen. So war nicht verwunderlich, das wir keine großen Meeresschildkröten zu sehen bekamen. Weiter ging es zur Ruinenstadt Kaunos, die wir gegen eine geringe Gebühr besichtigen konnten. Es wurde berichtet, dass die Bewohner des antiken Kaunos sehr reich waren, jedoch von Krankheiten heimgesucht wurden. Die Stadt, umgeben von Sumpfgebieten als Brutstätte von Erregern, die auch durch die Mücken weitergetragen wurden, führte letztendlich zum Untergang.
Nach einer Stunde Aufenthalt in der Ruinenstadt geht es weiter flußaufwärts, vorbei an den Königsgräbern lykischer Könige, in die steilen Berghänge geschlagen. Das Städtchen Dalyan ist nicht besonders groß, bietet aber gute Einkaufmöglichkeiten. Sogar der örtlich Metzger ist unschlagbar. Wir bestellten dort zwei Lammkeulen, wobei die Knochen fachmännisch herausgetrennt wurden. In dieser Zeit wurden warteten wir bei einem Tee. In punkto Freundlichkeit und Service ist die Türkei kaum zu toppen.
Später kehrten wir in einem Restaurant ein, welches der Guelet-Kapitän angesteuert hatte. Hier stimmten Preis und Qualität. Gerne wieder.

9. Tag, 
Mi., 30.04.2014, 
von Ekincik  zur Bucht Kalemyei Koyu,
Standort abends: 36° 36’883 N 028° 04’271 E
10. Tag, 
Do., 01.05.2014, 
von Kalemyei Koyu nach Fethiye,
Standort abends: 36° 36’883 N 028° 04’271 

Um 09.10 Uhr ging es los und wir konnten sofort Segel setzen. Insgesamt legten wir heute 35 sm unter Segel zurück, der Motor wurde nur kurz zum Ablegen und für die Ankermanöver benötigt. Die Ankermanöver sind insgesamt recht schwierig. Das Seegebiet ist von hohen Bergen umgeben, so fällt auch der Grund teilweise heftig ab und man ankert bei hohen Wassertiefen, nicht selten bei 20 Metern. Landleinen sichern alles ab.
Nach den Mühen des Ankerns noch einen herrlichen Badeabend verbracht. Abends wurden dann die Lammkeulen geschmort und kurz vor Fertigstellung mit Honig bestrichen. So kam auch der Gaumen auf seine Kosten.

Nachdem wir morgens noch das wunderbare Wasser und die warmen Temperaturen genutzt hatten, machten wir den kleinen Schlag bis Fehtiye, in die ECE Marina. Der Wind war ideal, sich nur mit der Genua, einem Aufzug gleich ziehen zu lassen. Und so sollte auch heute der Motor nur zum Bergen des ankers und für das Hafenmanöver gebraucht werden.
Meinem Eindruck nach bietet Fethiye mehr als Maramis und ist deutlich preiswerter. Hervorzuheben ist der Fischmarkt und seinen anderen Verkaufständen für Fleisch und Frischwaren.  Es ist üblich, dass frisch zu kaufen, was man essen möchte. Die Zubereitung in den umliegenden Restaurants kostet etwa 2 Euro. Service, Getränke und Beilagen gehen extra. Wir haben dort toll gespeist, mit Vorspeisen, Getränken aller Art (zum Abschluss obligatorisch der Raki) und der Preis 35 Euro pro Mann war ok. Mit leichtem Schwindel aber Wohlgefühl ging es zurück zum Schiff.
Die Marina kostete uns etwa 80 Euro, das ging auch in Ordnung.
Fehtiye ist ein Tipp, wirklich schön, das Gesamtpaket stimmt.

11. Tag, 
Fr., 02.05.2014, 
von Fehtiye zurück nach Göcek,
Standort abends: 36° 44’947 N 028° 56’582 E 

Nach einem so schönen Abend in Fethiye ist es nicht verwunderlich, dass es für einige am nächsten Morgen etwas schwieriger war….In Fethiye konnten wir noch ohne Wartezeit tanken und die Fäkalientanks entleeren lassen. Damit hatten wir uns Stau und Wartezeiten in Göcek gespart. Ein letzter kleiner Segeltag, an dem wir wieder nur mit Genua gezogen Göcek ansteuerten und um 14.40 Uhr fest waren.So klappte auch die Rückgabe der Schiffe reibungslos. Den letzten Abend verbrachten wir im Marinarestaurant in gemütlicher Atmosphäre. Es folgte die letzte Übernachtung an Bord. Der Heimflug ging ab 08.15 Uhr von Dalaman. Die Türkei bietet viel, insbesondere haben wir ein tolles Segelrevier mit guten Winden kennen gelernt und eine Natur, die bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Die Ausstattung der Marinas, die Sauberkeit, die gut gepflegten Schiffe, das saubere Wasser, insgesamt ein toller Törn.

Frühjahrstörn 2012 „Kroatien“

Unser diesjähriger Frühjahrstörn führte uns nach Kroatien, wobei wir dieses Jahr wieder mit vier Schiffen an den Start gegangen sind. Die Crews waren sehr gemischt, d.h. traditionell Crews aus dem Rheinland, Berlin und natürlich aus Bayern. Dort wo unser „Rasti“ ist, das ist das bayrische Schiff, da sind sich alle einig. Gestartet wurde in Split, genauer die Marina Kastela, wo bei unserer Ankunft die Schiffe schon bereit waren. Folgende Schiffe waren gechartert:

Die Cattarina, ein Katamaran Nautitech 40, Skipper: Andreas Rast

Die Elise, eine Beneteau, Oceanis 50, Skipper: Reiner Wollenweber

Die Lowa, eine Beneteau, Oceanis 50, Skipper: Jörg Roitsch

Die Lowa, eine Beneteau, Oceanis 43, Skipper: Axel Neubauer

1. Tag, Ankunft in Split, Marina Kastela, Sa., 21.04.2012, 43° 32,751′ N u. 016° 24,098′ E

Gestartet wurde am Sa., den 21.04.2012, aus der Marina Kastela bei Split. Die Anreise war unproblematisch, da der Flughafen Split nur etwa 7 km von der Marina entfernt lag. Eine Taxifahrt war deshalb preislich überschaubar. Leider hatten sich bei den Flügen Änderungen erbeben, so dass die Crew der „Lowa“ bereits 2 Tage früher anreiste. Eine Übernachtung auf den Schiffen war unproblematisch. Pro Nacht und Person wurden lediglich 15 Euro fällig. Als letzte trafen die Rheinländer in der Marina ein und übernahmen das Schiff am 21.04.2012, gegen 15.00 Uhr.

Die anderen Crews hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die Schiffe belegt, den Einkauf erledigt und die Einweisungen unternommen. Die „Lowa“ war bereits mittags ausgelaufen, um einen ersten Schlag in Richtung Dubrovnik zu unternehmen. Wegen Südwindes eine richtige Entscheidung für dieses Ziel, es hieß nämlich bei Starkwind mit Sturmböen gegenan. Die Wilma und die Cattarina liefen gegen 15.00 Uhr aus und folgten der „Lowa“ südwärts. Die Crew der „Elise“ hatte es etwas schwerer. Da erst gegen Abend ein Auslaufen möglich gewesen wäre, beschloss die Crew bis zum nächsten Morgen in Kastela zu bleiben und den Törn in Ruhe anzugehen.

Split ist ein toller Ausgangspunkt für Segeltörns in Kroatien. Obwohl Dubrovnik ein sehr schönes Fernziel ist, kann man auch bei starken Südwinden, die schnell mal ein paar Tage dauern, die Nordroute wählen. Die Krcka-Wasserfälle, Kornaten und Zadar sind ebenso lohnenswert. Daher sollte man sich bei Split nie so fest legen und die Nord- oder Südroute von den Wetterverhältnissen abhängig machen. Wir hatten uns festgelegt, Dubrovnik anzusteuern. Das hieß gegenan. Macht auch Spaß. Der nachfolgende Törnverlauf ist aus dem Logbuch der Elise dokumentiert.

Nach einer reibungslosen Übernahme des Schiffes wurden die Kajüten eingeteilt und der erste Einkauf organisiert. Als erstes Schiff verließ die Lowa die Marina, kurz darauf folgten die Wilma und die Cattarina, um in einer Bucht auf der Insel Brac zu ankern. Die Elise verblieb die Nacht in der Marina und lief erst am So., den 22.04.2012 aus. Standort der Lowa Stari Grad, Stadthafen.

2. Tag, 
Schlag zur Marina Sveti Klement, 
So., 22.04.2012, 
43° 09,700 N u. 016° 23,8′ E

Leider waren Handy- und Funkverbindungen zu den anderen Schiffen abgebrochen, so dass die Elise Kurs auf die Insel Hvar nahm. Bei Starkwind mit Sturmböen bis 36 Kn gegenan, war der erste Segeltag ein guter Einstieg, sich mit dem Schiff vertraut zu machen. Das Beiboot behinderte die Genuaschoten, die Traveller- schienen hakten, zuviel Groß gesetzt, alles lief gut. So war man doch froh, abends die Marina Sv. Klement anzulaufen. Hier konnten kleinere Mängel behoben und alles für eine bessere Handhabung des Schiffes vorbereitet werden. Erfahrung macht klug. Standort der Lowa, Wilma u. Cattarina, Insel Hvar, Bucht bei Poljica.

3. Tag, 
Marschfahrt Insel Peljesac, Bucht bei Loviste, 
Mo., 23.04.2012 
43°01,200′ N u. 017° 24,0′ E

Heute wollten wir uns treffen, um den Törn gemeinsam fortzusetzen. Ausgemacht war eine Bucht auf der Westseite der Insel Peljesac, bei dem Ort Loviste. Um zur Wilma, Cattarina und Lowa aufzuschließen, mußte die Elise einen Schlag von etwa 30 Seemeilen gegenan bewältigen. Der Wind tobte weiterhin heftig und so wurde Marschfahrt beschlossen. Es galt aufzuschließen daher verzichtete die Elise auf das Aufkreuzen, was die Strecke schnell verdoppelt hätte. Gegen 17.00 Uhr fiel der Anker und auch die anderen Schiffe trafen ein. Leider hatte sich die Wilma einen Segelschaden an der Genua zugezogen. Der musste behoben werden, als nächstes Ziel stand deshalb Korcula an. Der Aufenthalt in der Bucht, Ankern im Päckchen, war sicher. Heftige Gewitter mit Blitzen kreisten um die Bucht und es war Regen angesagt. Das ließ die Crews aber nicht nicht vom Feiern abhalten. Party auf allen vier Schiffen……

4. Tag, 
aufgekreuzt bis Korcula, 
Di., 24.04.2012 
42° 57,6′ N u. 017° 08,4′ E

Der nächste Schlag brachte uns dann nach Korcula, in die dortige ACI Marina. Dahin hieß es wie auch die Tage zuvor „gegenan“. Trotzdem machte es ungemein Spaß, der Wind wehte mit etwa 18 – 26 Knoten und die Beneteau-Yachten ließen sich gut trimmen und hoch am Wind segeln. Auch die Wilma, nur mit funktionsfähigem Großsegel bestückt, machte Fahrt und kreuzte auf. Der Schlag selbst war nicht lang, so dass wir schon gegen 14.00 Uhr an der Mooring lagen.
Korcula ist die Geburtsinsel von Marco Polo. So ist hier alles auf ihn ausgerichtet. Die wunderschöne Altstadt mit Festung ist immer einen Besuch wert und lädt mit den kleinen Geschäften, Bars und Restaurants zum Verweilen ein. Auch ein Segelmacher war schnell gefunden und holte die Genua ab. Die Reparatur mit Hol- und Bringservice kostete nur kleines Geld. Dagegen sind die Marinagebühren doch stark gestiegen. 697 Kuna für die Übernachtung war nicht schlecht (Wechselkurs 7,5 Kuna = 1 Euro). Die Elise hatte ein Problem mit dem Landanschluss . Sobald die Bordelektrik auf 220 Volt umgestellt wurde, flogen die Sicherungen raus. Es stellte sich raus, dass der Warmwasserboiler einen Kurzschluss hatte.
Um Dubrovnik noch zu erreichen segelte die Lowa weiter bis zur Insel Meljet, in die Bucht Okuklje. Für das Ziel mussten Meilen gut gemacht werden. Dieses Ziel erreichten die anderen Schiffe erst tags drauf….

5. Tag, 
Mi., 25.04.2012, 
Insel Mljet, Bucht/Ort Okoklje, Restaurant Maran, 
42°43,618′ N u. 017°40,281′ E

Morgens um 05.00 Uhr tobte noch ein Sturm aus West über Korcula, mit 45 Knoten Wind. Es bestand die Sorge, die Mooring könne nicht ausreichend halten. So brachten wir noch eine Springleine aus, die den Bug der Elise halten sollte. Mit Erfolg. Gegen 07.00 Uhr war alles vorbei, der Himmel zog auf und es folgte Sommer für die nächsten Tage. Damit schlief auch der Wind ein, was den Segler gar nicht freut. Nachdem das Vorsegel der Wilma in Stand gesetzt war, Kosten 35 Euro inklusive eines Trinkgeldes, konnten wir gegen 11.00 Uhr auslaufen. Zuerst noch unter Segel, mussten diese später eingeholt und motort werden. So erreichten wir gegen 16.00 Uhr die herrliche kleine Bucht Okuklje, traumhaft versteckt gelegen. In dieser Bucht gibt es kleinere Restaurants, die Mooringleinen als Service bieten. Man liegt wurnderschön die Preise im Restaurant Maran sind ok, zumal man es auch nicht weit nach Hause hat….. Zu empfehlen sind frische Lobster und Bärenkrebse, die in Käfigen unter der Pier gehalten werden (Kilopreis etwa 450 Kuna). Unvergessen bleibt auch das Championsleaguehalbfinalspiel der Bayern gegen Real Madrid, die Bayern setzen sich 3:1 im Elfmeterschießen durch. Der Wirt sorgte für schöne Atmosphäre.
Standort der Lowa am Abend: Dubrovnik, Westseite des Stadthafens

6. Tag, 
Do., 26.04.2012, 
nach Slano (Festlandküste) 
42°46,438 N u. 017°52,967 E

Der Morgen in Okuklje war noch sehr schön, die Gegend lädt zu Spaziergängen ein, u.a. hoch auf den Berg mit tollen ausblicken auf Bucht und Insel. Gegen 12.00 Uhr hieß es dann Leinen los, ein kleiner Schlag bei müdem wind bis Slano, fast gegenüberliegend auf der Festlandseite. Nachdem der Mletski-Kanal motort werden musste, frischte der im Kolopeski-Kanal deutlich auf. Zu schade, nur noch 3-4 Seemeilen zum Ziel. Ideale Bedingungen für Manövertraining, das bei jedem Törn nicht fehlen sollte. So wurde gewednet, gehalst und es wurden Mann-über-Bord-Manöver geübt. Jeder auf jeder Position. Gegen 16.00 Uhr fiel dann der Anker, wieder im Päckchen mit der Wilma und der Cattarina. Das Wetter war hochsommer- lich, spiegelglatte See und schöne Aussicht.Die Lowa hatte Dubrovnik wieder verlassen und steuerte die Bucht von Polace (Insel Mljet) an. wir sollten uns erst einige Tage später wieder haben….

7. Tag, 
Fr., 27.04.2012, 
aufgekreuzt nach Pomena, 
42°46,790′ N u. 017°19,938′ E

Schon um 08.00 Uhr haben wir unter Maschine Slano verlassen, um Pomena (Nord-West Mljet) anzusteuern. Bei vornehmlich westlichen Winden hieß das nur gegenan. Bei 12 – 16 Knoten Wind mit Vollzeug ein herrlicher Segeltag, es hieß Höhe laufen laufen laufen und es ging richtig gut.Der Nordwestteil von Pomena ist Naturschutzgebiet. Der Eintritt ins Naturschutzgebiet kostet je Person 90 Kuna (Hafenhandbuch) und beinhaltet auch einen Bustransfer zum Kloster Jezero, welches auf einer kleinen Insel in einem Salzsee liegt. Man sollte versorgt sein, wenn man Pomena anläuft, für den einkauf bietet der Teil der Insel nicht viel.

8. Tag, 
Sa., 28.04.2012, 
langer Schlag nach Hvar, 
43°10,274′ N u. 016°26,452′ E
9. Tag, 
So., 29.04.2012, 
von Hvar zur Insel Solta (Bucht Nordseite) 
43°23,403 N u. 016°18,939′ E

Um 06.00 Uhr war Aufbruchsstimmung und es hieß „Anker hoch“. Über 50 sm waren zurückzulegen, um das Tagesziel Altstadt Hvar zu erreichen. Es sollte ein soniger absolut windstiller Tag werden, spiegel- glatte See und unendliche Sicht. Für Segler eigentlich nicht so schön, aber ein weiterer Sommertag.
Hvar ist ein sehr schönes Adriastädtchen mit eigenem Flair. Eine schöne Strandpromenade mit kleinen Cafes und Geschäften lädt zum bummeln ein. Unweit der Kirche ist gar ein Sanitärhaus, wo man gegen ein Entgelt duschen kann. Duschen 25 Kuna, Toilette 5 Kuna. Wir hatten leider etwas Pech, denn die Öffnungszeiten an der Tür wurden nicht eingehalten. Um 07.30 Uhr morgens sollte geöffnet werden, eine Stunde später war immer noch zu. Gegen 10.00 Uhr, war dann doch auf. Vielleicht muss man auch einfach nur ein bisschen Glück haben. Die sanitären Anlagen selbst waren sauber und ordentlich.
Hvar ist empfehlenswet. Eine weitere Perle der Adria. Ab heute waren wir mit allen Schiffen wieder zusammen.

Einen Ort wie Hvar zu verlassen, fällt immer schwer. So lässt man sich Zeit mit dem Auslaufen, bummelt noch mal durch die Altstadt, die liegt ja quasi vor der Türe (Gangway). So war es auch gut bedacht, die Bucht bei Necujan anzulaufen, knapp 13 sm entfernt. Wieder Hochsommer an der kroatischen Adriaküste und wenig Wind, so dass die Segel nur kurz zum Einsatz kamen. Bei achterlichem Wind lief es zuerst noch ganz gut, dann hingen die segel allerdings schlaff und müde im Rigg.
Auf 15 Meter Wassertiefe fiel der Anker und wir verbrachten eine ruhige Nacht im Päckchen. Nachmittags dann Spiele ohne Grenzen. „Wer haut wen mit Kugelfender aus dem Boot?“ Abends wurde an Land gegrillt. Das geht ganz gut. Mit Steinen wird eine Feuerstelle errichtet und die Grillroste der Backöfen auf den Schiffen werden zum Grillen verwendet…..

10. Tag, 
Mo., 30.04.2012, 
Tanken in Rogac (Solta) u. zurück nach Kastela, 
43°32,751′ N u. 016°24,098’E

Mit schwerem Kopf und etwas traurig zurück zur Marina. Abends ist bereits schon die Schiffsübergabe angesagt, dann heißt es eine Nacht noch auf dem Schiff übernachten und dann zurück nach Hause. Einige unserer Crewmitglieder hatten schon die Rückfahrt für die kommende Nacht vorgeplant. vorher musste noch noch getankt werden. eine Bucht weiter in Rogac ist die Tankstelle.

Auch der letzte Tag sollte kein Segeltag mehr werden, der Wind schaffte in seinen kräftigsten Böen gerade mal 4 Knoten.
So verbrachte jede Crew den letzten Tag etwas anders, während die einen Wind suchten, die anderen in der Necujan-Bucht blieben, gefiel es der Crew der Elise sehr gut an der Tankstelle. D.h., in der kleinen dörflichen Bucht nebenan. Wassertiefe 8 Meter, optimal für den Anker. Der letzte Tag als Bade- und Ruhetag.

Abends dann die Übergaben der Schiffe in Kastela ohne Probleme. Traditionell ein letztes gemeinsames Abendessen in einem Restaurant, unweit der Marina. Kompliment, der Service für über dreißig Personen war gut, das Essen ebenso. So hieß es dann Abschied nehmen und sich wieder auf das neue Jahr freuen. Für die späteren Heimflieger stand am 01.05.2012 und für die ganz späten am 03.05.2012, stand noch Split auf dem Besichtigungsplan…

Frühjahrstörn 2011 „Äolische Inseln“

Unser diesjähriger Frühjahrstörn führte uns zu den Vulkaninseln nördlich von Sizilien. Ausgangshafen war Milazzo auf Sizilien, nahe der Straße von Messina. Diese Inselgruppe, auch Liparische Inseln genannt (nach der Hauptinsel Lipari), gehört zu einer Vulkankette, die sich vom Ätna auf Sizilien bis zum Vesuv bei Neapel erstreckt. Die Liparischen Inseln zählen 7 Inseln (Vulkane), zwei Vulkane (Stromboli und Vulcano) sind heute noch aktiv. Ihren Namen verdanken die Inseln dem griechischen Gott des Windes Äolus. Der Sage nach hat dieser Äolus Odysseus den Gegenwind in einem Sack verschnürt zum Geschenk gemacht. Kurz vor der Ankunft in der Heimat (Ithaka) öffneten die seeleute den Sack, in der Hoffnung einen Schatz zu finden,und wurden hinweg geweht, in die Odyssee….. Die Inseln bieten nur wenige sichere Häfen- und Ankerplätze, trotzdem ist das Revier lohnenswert zu bereisen. Die Anreise mit dem Flieger nach „Catania“ sowie der Abholservice funktionierten sehr gut…..

Milazzo >Vulcano
1. Tag 
Mi., 11.05.2011, 
von Milazzo zur Insel Vulcano 
38°25’113 N 014°57’701 E

Bereits am Di., den 10.05.2011 reisten wir von Köln/Bonn über Berlin/Tegel mit dem Flieger an. Dann erwartete uns noch ein etwa 2 stündiger Bustransfer und schon konnten wir aufs Schiff. Für die Übernachtung entrichteten wir dem Charterunter- nehmen einen Obulus und so konnten wir alles in völliger Ruhe angehen. Einkauf, Belegung der Kajüten, Einweisung in die Sicherheitsausrüstung und ein gemütlicher Abend in Milazzo waren der Einstieg in das Vulkanabenteuer…. Das Restaurant „il covo del pirata“ war unserem Ansturm (3 Crews von drei Schiffen) gut gewachsen. Heute noch ein Lob an den Gastwirt und die Küche….
Der erste Schlag nach Vulcano bedeutete direkt „Gegenan“ bei 20 – 24 Knoten Wind. Für den Einstieg optimal, man will ja schließlich segeln. Auf Vulcano steuerten wir eine Bucht nordöstlich der Insel an. Schlechter Ankergrund. Vorsicht war auch an den vielen Fischernetzen geboten, die genau auf dem schmalen Grat ausgebracht waren, der zum Ankern notwendig war….. Wir haben es dann doch noch geschafft, im Päckchen zu ankern

Vulcano > Panarea
. Tag, 
Do., 12.05.2011, 
Schlag von Vulcano zur Insel Panarea 
38° 38’100 N 015°47’7 E

Morgens war ein Besuch der Insel Vulcano noch Pflicht, zumal die Insel für ihre Schwefelbäder bekannt ist. Zitiert man das Hafenhandbuch, so liest man hierzu, „das der Eindruck einer Mondlandschaft durch übergewichtige Besucher verstärkt wird, die sich im warmen, grauen Schlamm wälzen.“ So was lässt man sich nicht entgehen. Statt Schlammbäder ist natürlich auch ein schönes Cafe zu empfehlen. Man bestelle „Cafe granite con brioche“ (Eiskaffee mit süßem Brot) und genießt auf andere Art….
Der Schlag zur Insel Panarea erfolgte bei mäßigem halben Wind getragen von der Genua. Vor Buganker konnten wir mit unseren drei Schiffen sicher an der Mole anlegen.

Stromboli
3. u. 4.Tag, 
Fr./Sa., 13.-
14.05.2011, 
Abenteuer Stromboli, 
38°28’690 N 014°57’880 E

Wer die liparischen Inseln besucht darf den Stromboli nicht auslassen. Der noch aktive Vulkan ragt etwa 912 Meter aus dem Meer. Rechnet man die Höhe des Vulkans vom Grund des Meeres bis zur Spitze, so soll er höher als der Ätna sein. Ankern kann man am Pte. della Lena auf einem schmalen Grat. Der Strand fällt rapide auf 8,15, 25 und 40 Meter. Dazwischen scheint es keine Wasserttiefen zu geben. so wird empfohlen, nur bei ruhiger See und ruhigem Wind am Stromboli zu ankern. Diese Voraussetzungen waren bei unserem Besuch erfüllt. Spiegelglatte See und Sonnenschein ermöglichten uns den Aufenthalt und das Besteigen des Vulkans.
Der Vulkan wird täglich von unzähligen Wanderern und Touristen besucht, so dass reger Fähr- und Ausflugsverkehr herrscht. Bei unserem Törn haben wir die Ausflugs- und Fährschiffe als sehr rüchsichtslos und skrupellos erfahren. Obwohl wir weit genug vom Anleger entfernt ankerten raste ein Ausflugsboot (Tragflächenboot) mit hoher Geschwindigkeit nur wenige Meter an unseren im Päckchen ankernden Schiffen vorbei und erzeugte deratigen Schwell und Welle, dass die Schiffe stark gegeneinander schlugen und für mehrere tausend Euro Schaden entstand.
Durch die erzeugte Welle ging der Mast eines außen liegenden Schiffes unter dem Achterstag des Schiffes in der Mitte durch. Nur durch komplettes Lösen eines Achterstags konnten die Schiffe wieder auseinander sortiert werden.
Doch hier genug vom Ärger, denn der Stromboli lohnt. Der Aufstieg zum Krater dauert etwa 3 Stunden und darf nur mit Führung erfolgen. Pro Person haben wir mit dem Ausleihen von Schuhen und Lampe 37 Euro bezahlt. Es ging steil bergauf. Ein unvergessliches Abenteuer. Etwa alle 20 Minuten kommt es zu einer kleinenEruption, wobei Lava- fontänen in die Luft geschleudert werden. Ein Naturschauspiel, das man unbedingt im Dunkeln verfolgen sollte.
Der Weg zurück ist eigentlich noch anstrengender als rauf. Der Abstieg geht über eine steile Sandbahn, wobei die hohen Wanderschuhe Sinn ergeben. Die erste halbe Stunde darf man nicht stehen bleiben und muss stetig absteigen. Da der Berg sehr steil ist, legt man das Körpergewicht zurück und stampft durch den Sand, eine recht anstrengende Abstiegsart. Am nächsten Tag kann man dann blaue Waden und Muskelkater genießen…. Gegen 01.00 Uhr ist man dann in etwa zurück auf dem Schiff und froh, in die Koje zu kommen…… Man muss es gesehen haben, es ist einfach zu schön……
Wir hatten wirklich Glück, am Stromboli liegen zu können, so war unser Aufenthalt dort einfach nur beeindruckend

Stromboli > Salina
5. u. 6. Tag, 
So./Mo., 15/16.05.2011, 
Schlag vom Stromboli zur Insel Salina 
38° 33’323 N 014° 52’317 E

Nachdem wir wieder frei waren nahmen wir Kurs auf Salina. Salina ist wegen seiner Kapern und seines guten Weines bekannt. Festgemacht haben wir in Santa Marina. Empfehlenswert sind die kleinen Restaurants, die Tratoria genannt werden. Hier gibt es nur wenige Tische und man wird regelrecht bekocht. Antipasti, Pastagerichte, Fisch, Fleisch und andere gute Sachen werden angeboten. Salina bietet auch schöne Bars, wo man abends noch einige Drinks nehmen kann und sich nach reichlich Ärger mit den Ausflugsbooten wieder den schönen Dingen des Urlaubs widmen kann.
Den nächsten Tag bleiben dann auch noch auf Salina und einige nutzten den freien Tag zu einem Ausflug mit Motorrollern. Da die Crew der „Suelita“ abends Pizza an Bord haben wollte, wurde durch ein nahe glegenes Restaurant vermittelt. Aus einer Pizzaria im Nachbarort wurde ein Crewmitglied abgeholt, die Pizza bestellt und gebacken. Anschließend erfolgte ein Fahrservice zurück aufs Schiff. Italienisch unklompliziert. Die Pizza war klasse.

Filicudi (Porto)
8. Tag, 
Mi., 18.05.2011, 
von Lipari zur Insel Filicudi (Porto) 
38° 37’7 N 014° 35’0 E

Erst mittags legten wir ab und nahmen Kurs auf die kleine Vulkaninsel Filicudi. Der Versuch zu segeln scheiterte am schwachen Wind, so dass wir bei fast spiegelglatter See unter Maschine die Insel anliefen. Filicudi git als Geheimtipp für Touristen, die es lieber ruhig mögen.
Die Ankerbucht ist zur See offen, so dass man dem Schwell ausgesetzt ist und unruhig schläft. Im Sommer sind Festmachertonnen ausgebracht, jetzt im Mai war man auf den Anker angewiesen. Da die Küsten der Inseln steil abfallen, ist auch hier ein Ankermanöver schwierig.
Das Örtchen selbst bietet nicht viel, 2 kleine Supermärkte, ein Cafe, dafür Ruhe, Ruhe und Ruhe….

Lipari
9. Tag, 
Do., 19.09.2011, 
von Filicudi zurück zur Insel Vulcano mit Zwischenstopp Lipari 
38° 25’25 N 014° 57’25 E Porto di Ponente


Nachdem wir morgens noch kleinere Einkäufe erledigt hatten, hieß es um 12.05 Uhr „Anker hoch“ mit Kurs auf Vulcano. Bei spiegelglatter See und Wind unter 6 Knoten legten wir die Strecke unter Maschine zurück. Bevor wir Vulcano ansteuern konnten, musste noch getankt werden, daher ein kleiner Zwischenstopp auf Lipari.
Danach ging es dann zur Insel vulcano, diesmal die Bucht nordwestlich der Insel mit Blick auf den Krater des Vulkans. In der traumhaften Bucht gingen wir mit unseren drei Schiffen im Päckchen vor Anker. Wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang und feierten bis in die Nacht einen Geburtstag…..

10. Tag, 
Fr., 20.05.2011, 
zurück nach Milazzo 
38° 12’595 N 015° 14’389 E

Erst um 13.00 Uhr rafften wir uns auf, den Schlag zurück zum Ausgangshafen nach Milazzo anzutreten. Trost, der wind spielte mit, so dass wir die Segel setzen konnten und den Rausch noch einmal genießen konnten. Um 17.55 Uhr erreichten wir die Marina (Stützpunkt).
Nach Übergabe der Schiffe trafen wir uns später wieder im Restaurant „il covo del pirata“. Das Restaurant hat einfach überzeugt und so wurden wir nicht enttäuscht. Um so überraschter waren wir, dass der Geschäftsführer auch für das örtliche Museum in der Festungsanlage von Milazzo tätig war. So lud er uns zu einer extra Führung gratis ein und zeigte uns die wertvolle Sammlung alter Exponate.
Dann hieß es auch wieder Abschied nehmen und so wurde die Heimreise angetreten. Mit dem Bus ging es wieder zurück zum Flughafen, dann trennten sich unsere Wege. Sizilien und die Äolischen Inseln sind ein sehr schönes Segelrevier und bieten kulturell sehr viel. Und so bleibt uns die Erinnerung an einen sehr schönen Törn…….